Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Französisch geschrieben, unserer Muttersprache. Falls dir eine Formulierung holprig vorkommt, entschuldige bitte – und schreib uns gern an hello@loom.fr, damit wir die Übersetzung verbessern können.

Du bist hier auf La Mode à l'Envers, einem Blog des Teams von Loom. Ursprünglich ist Loom einfach eine Klamottenmarke. Aber je mehr wir an unseren Kleidungsstücken gearbeitet haben, desto klarer wurde uns, wie sehr in der Textilindustrie einiges schiefläuft. Manche Medien hatten das Thema schon aufgegriffen, aber wir hatten das Gefühl, noch eine andere Perspektive beitragen zu können.

Warum dieser Blog?

Weil:

  • Wir stecken mitten in der Modeindustrie : Zu unserem Alltag gehört es, Fabrik- und Produktionsverantwortlichen Fragen zu stellen, Textilexpertinnen und Näherinnen zu treffen, wissenschaftliche Studien zur Haltbarkeit von Kleidung zu lesen und uns auszutauschen mit anderen Akteuren der Slow Fashion, Kleidung herzustellen, sie zu testen und so weiter. Dadurch haben wir das technische Know-how und die richtigen Netzwerke, um Dinge zu erkennen, die für Menschen außerhalb der Branche schwer zu durchschauen sind.
  • Wir lassen uns Zeit : Wir haben es nicht eilig, ein Thema rauszubringen – wir veröffentlichen es, wenn wir es für ausgereift halten. Und ehrlich gesagt ist es auch gut, dass wir uns diese Zeit nehmen, denn schnell sind wir nicht gerade. Etwas entdecken, das uns stutzig macht, ein bisschen kratzen, merken, dass da ein Thema steckt, tiefer graben, darüber reden, Artikel lesen, wissenschaftliche Studien suchen, Bücher lesen, Expertinnen und Experten interviewen, 15 Seiten schreiben, alle Quellen checken, die Hälfte streichen, von 1, 2, 10 Leuten gegenlesen lassen, an den Worten feilen… All das braucht Zeit.
  • Wir bewahren unsere Unabhängigkeit : Auf diesem Blog gibt es keine Werbung. Wir können sagen, was wir wollen, Marken können uns nicht beeinflussen. Unser Unternehmen gehört auch keinen Industrie- oder Finanzkonzernen, die uns eine redaktionelle Linie vorschreiben könnten (was in Frankreich leider der Fall ist).

Und wovon handelt dieser Blog?

Wir möchten mit möglichst vielen Menschen Informationen teilen, die es verdienen, verbreitet zu werden, die man aber sonst nirgendwo findet: nicht in einer Suchmaschine, nicht in der Zeitung. Informationen, zu denen wir durch unseren Beruf Zugang haben. Und zwar interessante Informationen, denn wenn es nur darum ginge, dir zu erklären, woher die Caprihose… Auf diesem Blog erzählen wir dir genauso von wie unsere Socken hergestellt werden wie von was bei Start-ups schiefläuft. Manchmal schreiben wir Artikel, manchmal machen wir Videos und manchmal auch Comics. Es kann sein, dass wir mehrmals in einer Woche veröffentlichen und dann 6 Monate lang gar nichts. Kurz gesagt: Wir können nichts versprechen. Die einzigen Dinge, auf die wir uns festlegen können, sind diese:

  • Wir lügen nie : Wir überprüfen alles, was wir behaupten, und nennen unsere Quellen. Wenn möglich, gehen wir zur ursprünglichen Studie der Forscherinnen und Forscher zurück und versuchen zu verstehen, ob sie nicht verzerrt ist (ja, Google Scholar ist nicht nur zum Schreiben der Abschlussarbeit gut). Trotzdem können wir uns irren. Und wenn wir Vermutungen oder Meinungen äußern müssen, machen wir klar, dass das nur unsere eigenen sind.
  • Wir verlassen unsere Blase : Jedes Mal, wenn wir einen Artikel schreiben, bemühen wir uns, die Sichtweisen und Argumente von Menschen zu lesen und zu verstehen, die anders denken als wir. Um sicherzugehen, dass wir nicht danebenliegen, und um Aspekte des Themas einzubeziehen, die unserer eigenen Argumentation widersprechen.
  • Wir erklären verständlich : Unser Ziel ist es nicht, die Referenzseite für Leute zu werden, die bei der Fédération de la Maille et de la Lingeriearbeiten, sondern denen zu helfen, die keine Expertinnen oder Experten sind und trotzdem das Recht haben, sich eine eigene Meinung zum Thema zu bilden.

Was haben wir eigentlich davon?

Die Wahrheitssuche ist ja schön und gut, aber am Ende sind wir trotzdem eine Kleidungsmarke. Um ein Unternehmen bekannt zu machen, ist unserer Meinung nach der beste Weg, interessante Dinge zu sagen, statt Werbung zu machen (im Fernsehen, im Internet, bei Influencerinnen und Influencern, mit Affiliate-Marketing, in der U-Bahn und so weiter). Und um ehrlich zu sein, täten wir uns auch schwer, es anders zu machen. Denn es ist viel spannender, über ein Thema nachzudenken, als die Zielgruppe für eine Facebook-Anzeige einzustellen. Weil es viel nachhaltiger ist, einen Artikel zu schreiben, der dauerhaft auf unserem Blog bleibt, als ein Plakat zu machen, das nach 10 Tagen wieder aus der U-Bahn verschwindet. Weil es viel gerechter ist, unser Geld in die Gehälter der Menschen zu stecken, die diese Inhalte produzieren, statt alles an Google, Facebook oder JCDecaux zu geben. Also ja, wir haben ein wirtschaftliches Interesse an diesem Blog. Aber wir glauben auch: Kleidung herzustellen reicht nicht aus, um die Textilindustrie zu verändern – aufdecken, teilen, inspirieren bewirkt noch viel mehr. So, jetzt weißt du alles, zumindest über unsere Absichten. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo 1083, La Vie Est Belt, Noyoco und all die anderen!
Und das ist ein echter Luxus im Vergleich zu den klassischen Medien: Ein Journalist oder eine Journalistin muss im besten Fall mehrere Artikel pro Woche schreiben.
Was aber nicht heißt, dass wir dir nicht heimlich empfehlen, diese Quellen für uns fallen zu lassen und nur noch hier zu lesen ;)
Er kommt aus der HÖLLE! Ist doch klar.
Auch wenn das super nette Leute sind!

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